Coronavirus – was nun?

Wie Sie die Herausforderungen in der Kommunikation in Zeiten der COVID-19-Krise meistern

Jeder Tag stellt uns im Zusammenhang mit Covid-19 vor eine neue Realität – eine immense Herausforderung für Unternehmen und Organisationen. Vor allem auch im Bereich der Kommunikation. Trotzdem müssen Unternehmen im Zeitraffer klarer, schneller und entschlossener als sonst Entscheidungen treffen und diese kommunizieren. Dabei möchten wir Sie in dieser Zeit unterstützen.

Wie kommunizieren die DAX30-Unternehmen?

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen täglich ein aktualisiertes Online-Monitoring über die Kommunikation der DAX30-Unternehmen zum Coronavirus zur Verfügung.

Der Krise entgegentreten: Wie Ihr Unternehmen Corona bewältigt

Wir befinden uns nicht in einer „normalen“ Krise wie bei Unfällen, unbedachten Äußerungen von Top-Managern oder Produktrückrufen. Eine Pandemie mit ihren weitreichenden Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens und der Wirtschaft bringt besondere Herausforderungen mit sich. Dieser Krise darf man nicht mit dem Handbuch der Krisenkommunikation begegnen. Was man aber darf und sollte: Prognosen bilden, Szenarien entwickeln, vorausschauen. Das sollte jetzt der Nukleus allen Handelns sein – kommunikativ wie strategisch.

Moral hochhalten!

Der Krise ins Auge schauen und sie angemessen und immer wieder neu erkennen, akzeptieren, interpretieren. Es ist ernst, es ist nicht vorbei. Das ist und bleibt wichtig. Nicht herunterspielen, verdrängen oder überreagieren, hektisch werden. Nicht präventiv auch noch jede Regel selbst verschärfen, Risiken noch zuspitzen, nicht verharmlosen herunterspielen. Den Aspekt der Selbstinszenierung mal beiseite lassen und doch voranschreiten, Beispiel geben. Führen. Hoffnung geben, Perspektiven – und das immer wieder neu, gerade wenn sich die Lage ändert. Bereit sein für Verschärfung, sie aber nicht vorwegnehmen. Nach vorne schauen, Mut machen. Kleine und große Anfänge schaffen für Neues, Handlung, Aktivität. Nichts wird nach dieser Krise so schnell wieder so sein wie vorher. Es geht nicht spurlos vorbei. Es ist keine Zwei-Monats-Pause. Aber es ist auch kein Krieg, in dem Bomben fallen und keine Hungersnot. Es gehen viele Dinge voran und werden möglich. Es muss vieles neu gedacht werden. An diese Chancen denken, sie immer stärker in den Vordergrund der Arbeit stellen, nicht nur die Krise selbst.

Öffentlichkeit suchen!

Politiker wie Mediziner: Alle kommunizieren öffentlich – und das permanent. Gerade Experten wie Professor Drosten und das Robert-Koch-Institut. Informationen, die eigentlich für Multiplikatoren gedacht sind, sind öffentlich verfügbar. Es geht schneller, mit Fachgruppen über die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Solche Vorgänge sind transparent. Schaffen Sie auch Transparenz im erforderlichen Maß, ohne zum Lärm beizutragen und zur Verunsicherung.

Augen auf!

Man kann die US-Regierung be- und verurteilen. Oder man analysiert, wie sich Schulen dort digitalisieren. Man kann chinesischen Aktionismus bewundern. Oder sich die Klebebandstreifen in Supermärkten in Taiwan anschauen. In Zeiten der Krise wird vieles in anderen Ländern sehr schnell und erfolgreich umgesetzt – teilweise schneller als in Deutschland. Internationale Universitäten schlossen früher, obwohl die Lage dort erst Wochen später bedrohlich wurde – oder haben schon Fälle kommuniziert bevor wir welche hatten. Es gilt, die Augen im Netz offen zu halten, zu schauen, wer was wie gestaltet oder kommuniziert. Niemand schläft in dieser Zeit – man muss nur die wichtigsten Räder selbst neu erfinden. Auf die gilt es die Anstrengungen zu fokussieren.

Intern gleich extern!

Die Herausforderung im Gegensatz zu gewöhnlichen Krisen: Ihre Mitarbeiter sind persönlich betroffen, möglicherweise verängstigt, auf jeden Fall verunsichert. Corona betrifft Privatleben und Job. Mit einem gehörigen Maß Empathie gilt es daher, auch bei der Kommunikation die Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu rücken, Solidarität zu zeigen und die Gemeinschaft zu stärken. Nur mit einer geschlossenen und trotz der massiven Probleme motivierten Arbeitnehmerschaft lässt sich diese Krise überwinden. Außerdem wird Internes weniger als sonst intern bleiben. Vieles wird in sozialen Netzwerken geteilt. Deshalb gilt immer: Intern und Extern zugleich denken.

Agieren!

Jedes Unternehmen braucht eine eigene Haltung, Sichtweise und auch eine eigene Angriffstaktik in dieser Krise. Doch wir lassen uns von den Nachrichtenmeldungen ablenken und lähmen. Die wenigsten entwickeln gerade Zukunftsszenarien und Wege, das eigene Geschäft weiterzuentwickeln und umzustellen. Dabei konnten Entscheidungen noch nie so schnell getroffen werden, wie in dieser Situation. In normalen Zeiten ist diese Geschwindigkeit undenkbar.

Bei sich selbst bleiben!

Wenn der CEO seit Monaten auf LinkedIn aktiv war und nun plötzlich nichts mehr zu sagen hat, ist das kein gutes Zeichen. Aktiv bleiben, aktiv kommunizieren. Gerne auch in der Sparfassung. Es gibt im Moment mit dem Coronavirus ein großes Thema. Dazu hat aber schon nahezu jeder alles gesagt. Daher gilt: im eigenen Kontext bleiben, für den eigenen Markt und für das eigene Unternehmen Dinge einordnen. Nicht ins Reich der Statistik abdriften oder selbst Virologe werden.

Empathie zeigen!

Die vielen positiven Reaktionen auf die Ansprache der Kanzlerin haben es gezeigt: Es gilt in diesen Tagen, nicht nur rational zu kommunizieren, sondern vor allem in angemessenem Ton Mitgefühl zu zeigen. Jegliche Kommunikation muss zudem Überschwang vermeiden.

An übermorgen denken!

Egal wie stark man unter Druck ist, wie sehr die Krisenreaktion Ressourcen beansprucht: Es ist wichtig, Ressourcen, Zeit und Kompetenz für vorausschauende, nicht reaktive, nicht tagesaktuelle strategische Themen zur Verfügung zu stellen. Für das Mittelfristige, für den Vorwärtsgang. Unternehmen, die nur im Verteidigungsmodus sind, gehen in Krisen meistens unter. Es gibt überall Task Forces für die Krise und nur sehr wenige für die Offensive.

Mit Augenmaß vorausschauen!

In die Glaskugel können wir nicht schauen, aber wir können nach China oder Italien blicken. Beide Länder sind uns in Sachen Corona um einige Wochen voraus und erlauben gewisse Lehren und Erkenntnisse: Den Sicherheitsabstand zu anderen Menschen gilt es ohne Ausnahme zu respektieren: Was ist mit Abstandslinien vor allem in Apotheken und Supermärkten? Denn Gesundheit und Grundversorgung haben oberste Priorität.
Risikogruppen müssen weiter geschützt werden: Wie verhelfen wir den lokalen Communitys zu mehr Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung?
Außerdem kommen Reisen fast zum Erliegen: Wie können wir soziale Kontakte trotz Stillstand und Distanz fördern?

Mut haben, ein „first mover“ zu sein!

In der heutigen Situation werden „first movers“ schnell zu Vorbildern und können dadurch nicht nur ihrer eigenen Organisation dienen, sondern auch etwas zum allgemeinen Zusammenhalt beitragen. Als „first mover“ müssen wir den Mut haben, unseren Perfektionismus durch Pragmatismus und Entschiedenheit zu ersetzen.

Erfahrungsbericht Financial Services

Wie diese Punkte im Speziellen aussehen können, berichtet Dr. Holger Handstein, Business Director Finance & Professional Services, aus seinen aktuellen Erfahrungen und Anfragen im Finanzsektor: 

Der Dow Jones Industrial Average erleidet an einem Tag schlimmere Verluste als selbst am „Schwarzen Donnerstag“ im Jahr 1929, der DAX verliert fast 40 Prozent binnen weniger Tage: An den Kapitalmärkten breiten sich Wellen der Panik schneller aus als die Corona-Pandemie in der realen Welt. Kein Wunder also, dass es an den US-Börsen „Circuit Breakers“ gibt – Mechanismen, die bei Erreichen bestimmter Verlustgrenzen automatisch den Handel unterbrechen, um sowohl Trading-Algorithmen als auch menschlichen Emotionen eine Zwangspause zu verordnen. 

Gerade Finanzunternehmen sollten dieses Prinzip beherzigen und Kommunikation gezielt als Mittel gegen sich selbst perpetuierende Abwärtsspiralen einsetzen. Das heißt:

 

  • Schaffen Sie differenzierte, rationale ökonomische Narrative im Sinne des Bestsellers von Nobelpreisträger Robert Shiller, die ein Gegengewicht zu den dominierenden, stark vereinfachten und zu Extremen tendierenden Narrativen an den Kapitalmärkten bilden können. Seien Sie mutig.
  • Aktivieren Sie das in Ihrem Unternehmen schon vorhandene Expertennetzwerk: Machen Sie Mitarbeiter zu Corporate Influencern, die zentrale Botschaften des Unternehmens vielstimmig und auf individuelle Weise verstärken können.
  • Achten Sie dabei zugleich darauf, dass eine oder wenige starke Stimmen an herausgehobener Stelle für Ihr Unternehmen sprechen, die auch gehört werden.
  • Nutzen Sie konsequent Formate, die geeignet sind, mit der Geschwindigkeit der Märkte Schritt zu halten: Twitter, Echtzeit-Videos, schnell produzierbare Podcasts.
  • Halten Sie Kontakt mit wichtigen Kunden – selbst wenn die bisher nur persönliche Gespräche gewohnt sein sollten. Digitale Plattformen bieten sich als Alternative an, um auch nonverbale Teile des Gesprächs empathisch zu erfassen.

Unser Maßnahmenportfolio für Ihr Unternehmen

Wir haben eine Taskforce zum Thema Corona ins Leben gerufen, welche Sie jederzeit schnell und unkompliziert bei der Umsetzung der oben genannten Themen unterstützen kann. Teil dieser sind unsere erfahrenen Kommunikationsexperten*innen Bernhard Fischer-Appelt, Merlin Koene, Eugenia Lagemann und Matthias Wesselmann sowie weitere operative Krisenmanager*innen und Strateg*innen, die Sie umgehend mit einem umfassenden Angebot unterstützen:

  • Analyse bereits bestehender Präventionsmaßnahmen sowie erfolgter Krisenkommunikation
  • Definition eines auf die neue Herausforderung angepassten Positionierungspfads, „Purpose”
  • Einführung und Justierung eines Krisenstabs, Versorgung interner und externer Stakeholder mit aktuellen Kenntnisständen und Fakten für die Kommunikation
  • Workshops zum Thema „digitale Events”, inklusive Live-Videos, Chats, Einsatz von VR und AR, interaktive Erlebnisplattformen, virtuelle Messestände, usw.
  • Produktion digitaler Formate wie Podcasts, Whitepaper, Newsletter, Videos und Webinare in Verknüpfung mit Lead-Automation und Performance-Marketing
  • KI-gestützte Risikoeinschätzung: Installation eines durch künstliche Intelligenz gestützten Scouting- und Monitoringtools, kontinuierliche Risikoidentifizierung und Geolokalisierung auf Lieferantenbasis, strategische Entwicklung von Handlungsszenarien und Kommunikationskonzepten
  • Durchgehende Erreichbarkeit via Telefon und E-Mail sowie Ad-hoc-Beratung

 

Unsere Corona Taskforce ist jederzeit unter crisis@fischerappelt.de erreichbar und steht Ihnen 24/7 unter +49 (0)177 200 19 77 für Lösungen und konkrete Hilfestellungen zur Seite.

 

Außerdem sind wir Partner der ersten großen Handelsblatt Businessplattform „Managing Corona”, auf der renommierte Beratungsunternehmen Wissen zu Themen wie Liquiditätssicherung, Restrukturierung, Vertragsmanagement oder Lieferketten bereit stellen. Hier übernimmt Merlin Koene  das Themenfeld Kommunikation und Krise. Wir stehen Kunden mit Expertencalls und Webinaren zur Verfügung.

 

Über unsere Taskforce

Bernhard Fischer-Appelt

Vorstand fischerAppelt

Bernhard Fischer-Appelt ist Inhaber und Gründer der fischerAppelt AG, einer der führenden Agenturgruppen für Kommunikationsagentur im Bereich Content, Bewegtbild und Digital Marketing in Deutschland. Sein Schwerpunkt lag dabei immer auf Corporate Change, Corporate Social Responsibility, Internal Communication, CEO Positioning, Corporate Profiling und Krisenkommunikation.
Seit 2018 untersucht er als Research Fellow am Weatherhead Center von International der Harvard University in Cambridge die Auswirkungen von agilen Methoden auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.

Merlin Koene

Partner fischerAppelt, advisors
Leiter Competence Center Crisis Leadership
  

Merlin Koene ist Partner bei fischerAppelt, advisors und arbeitet an der Schnittstelle zwischen klassischer Unternehmensberatung und strategischer Kommunikations- sowie Markenberatung. Er startete seine Karriere als Journalist und berichtete unter anderem für BBC World und n-tv. Bemerkenswert ist auch seine Zeit als Geschäftsführer von Unilever Deutschland und weltweiter Sprecher in London für den Konzern. Hierbei koordinierte er die Corporate Communication in über 180 Ländern und leitete die Kapitalmarktkommunikation. Danach wechselte er als Executive Vice President Communications zu ProSiebenSat.1.

Eugenia Lagemann

Geschäftsführerin fischerAppelt, relations

Eugenia Lagemann ist Geschäftsführerin von fischerAppelt, relations und verantwortet den Bereich FMCG & Retail. Lagemann startete im Jahr 2006 in der Unternehmensberatung Capgemini Consulting und wechselte dann zunächst zur Strategie-Agentur fischerAppelt, advisors. Seit 2015 verantwortet sie das Konsumgütergeschäft von fischerAppelt, relations – zuerst als Teamleiterin am Standort Hamburg, später standortübergreifend als Business Director.

Matthias Wesselmann

Vorstand fischerAppelt
  

Matthias Wesselmann ist Vorstand der fischerAppelt AG, der größten deutschen inhabergeführten Kommunikationsagentur im Bereich Content, Bewegtbild und Digital Marketing. Er verantwortet die Schnittstelle zwischen PR und Marketing mit den Arbeitsschwerpunkten Content Marketing und Marketing Intelligence. Zuvor war der studierte Medienwissenschaftler unter anderem für das internationale Marketing des Schweizer Möbelherstellers Vitra sowie für die Geschäftsführung des Stuttgarter Büros von fischerAppelt verantwortlich.

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